Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind die häufigsten chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED). Mit einer entsprechenden Ernährung lässt sich das Wohlbefinden deutlich steigern und die Therapie unterstützen. Doch was heißt das – eine angepasste Ernährung? Keine Sorge, der Genuss kommt nicht zu kurz!

CED verlaufen schubweise. Das bedeutet, dass sich symptomfreie Zeiten und Intervalle mit Beschwerden abwechseln. Weil sie keinen Appetit haben oder ihren Darm nicht zusätzlich belasten wollen, essen viele Betroffene nicht ausreichend. Die Folge: Untergewicht und Mangelernährung kommen relativ häufig vor – eine ungute Situation, weil ein schlechter Ernährungszustand mit einem ungünstigeren Verlauf der chronischen Darmentzündung verbunden ist. Deshalb ist es wichtig, sich intensiv mit der Ernährung zu beschäftigen. Eine Ernährungsberatung bei einer qualifizierten Fachkraft kann dies erleichtern.

Welche Lebensmittel geeignet sind, hängt von der individuellen Verträglichkeit ab und davon, ob die Erkrankung gerade aktiv ist (Schub). Während eines Schubs spielt die Ernährung für Betroffene meist eine untergeordnete Rolle, da die Behandlung der Beschwerden im Vordergrund steht. In dieser Zeit ist eine ballaststoffarme und fettreduzierte Ernährung sinnvoll, um den Verdauungstrakt nicht zusätzlich zu belasten.

In der symptomfreien Zeit (Remissionsphase) können Sie mit der richtigen Lebensmittelauswahl jedoch einiges dafür tun, dass es Ihnen dauerhaft gut geht. Sieben hilfreiche Tipps zur Ernährung bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen in der Remissionsphase haben wir hier für Sie zusammengefasst:

  1. Befolgen Sie den Leitsatz „Erlaubt ist, was verträglich ist.“ Sie können also essen, was Ihnen schmeckt und gut tut!
  2. „Verbotene“ Lebensmittel gibt es nicht. Manche Speisen können aber zu Beschwerden führen. Häufig sind dies z.B. blähende Lebensmittel. Ein Ernährungstagebuch kann dabei helfen, persönliche Unverträglichkeiten herauszufinden.
  3. Empfehlenswert sind ballaststoffreiche Lebensmittel. Das sind vor allem Obst und Gemüse sowie Produkte aus Vollkorngetreide.
  4. Essen Sie viel Obst und Gemüse – sie sind wertvolle Vitamin- und Mineralstofflieferanten.
  5. Die ungesättigten Omega-3-Fettsäuren wirken antientzündlich und können sich günstig auf die Darmschleimhaut auswirken. Sie stecken vor allem in Seefisch (z.B. Makrele, Hering, Lachs) und verschiedenen Pflanzenölen (z.B. Raps-, Lein- oder Walnussöl).
  6. Einer anderen ungesättigten Fettsäure sollten Sie dagegen besser aus dem Weg gehen: der Arachidonsäure. Sie gehört zu den Omega-6-Fettsäuren und fördert Entzündungen. Arachidonsäure kommt ausschließlich in tierischen Produkten wie Wurst, Innereien, Eiern oder Schmalz vor. Bevorzugen Sie daher pflanzliche Lebensmittel.
  7. Probiotika sind v.a. bei Colitis ulcerosa sinnvoll – bei Morbus Crohn ist die Wirksamkeit noch nicht ausreichend belegt.

Hier finden Sie weitere Informationen zu einer gesunden Ernährung und eine kostenlose Vorlage für ein Ernährungstagebuch!