Chronisch entzündliche Darmerkrankungen
– was ist das?

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (kurz: CED) verursachen Entzündungen der Darmwand, die verschiedene Darmschichten und -bereiche betreffen können. Zeiten mit Entzündung und beschwerdefreie Intervalle wechseln sich ab.

Die beiden häufigsten chronisch entzündlichen Darmerkrankungen sind Colitis ulcerosa und Morbus Crohn. Während bei Morbus Crohn der gesamte Verdauungstrakt entzündet sein kann, ist bei einer Colitis ulcerosa ausschließlich der Dickdarm betroffen. Bei einem Morbus Crohn können sich entzündete und nicht entzündete Bereiche sich abwechseln. Am häufigsten entzünden sich der letzte Abschnitt des Dünndarms (terminales Ileum) und der vorderste Bereich des Dickdarms (proximales Kolon). Bei einer Colitis ulcerosa liegen die betroffenen Darmabschnitte nebeneinander. Die Entzündung beginnt im Rektum (Mastdarm) und kann sich von dort über den gesamten Dickdarm ausbreiten.

Als Ursachen für chronisch entzündliche Darmerkrankungen kommen verschiedene Auslöser infrage. Man geht davon aus, dass nicht eine einzelne Ursache für die CED verantwortlich ist, sondern erst das Zusammenspiel verschiedener Faktoren dafür sorgt, dass sich der Darm immer wieder entzündet.

Eine wichtige Rolle bei der Entstehung von CED spielt eine gestörte Darmbarriere. Normalerweise bildet die Darmbarriere einen Schutzwall, der die Darmwand vor Keimen und Giftstoffen schützt. Ist dieser Schutzschild beschädigt, können verschiedene Darmprobleme auftreten – darunter chronisch entzündliche Darmerkrankungen oder auch das Reizdarmsyndrom (kurz: Reizdarm, RDS). Weitere Faktoren, die mit einer Darmentzündung in Verbindung stehen können, sind zum Beispiel die erbliche (genetische) Veranlagung und zurückliegende Darminfektionen.

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen äußern sich durch Symptome wie:

  • Bauchschmerzen
  • Durchfall, z.T. blutig
  • Blähungen
  • leicht erhöhte Körpertemperatur

Mitunter verursachen chronisch entzündliche Darmerkrankungen auch Beschwerden außerhalb des Verdauungstrakts, darunter:

  • Hautveränderungen
  • Entzündungen verschiedener Schichten des Auges, z.B. Hornhautentzündung
  • Veränderungen der Gelenke, z.B. Gelenkentzündung

Die wiederkehrenden Darmentzündungen können zu einer Vielzahl an Komplikationen führen, zum Beispiel

  • Verbindungsgänge zwischen verschiedenen Darmschlingen, zu anderen Organen oder an die Hautoberfläche (Fisteln)
  • Abszesse
  • Gewichtsverlust und Mangelernährung
  • bei Kindern: verzögertes Wachstum
  • Darmverschluss

Die chronische Darmentzündung wird – je nach Ausmaß und Ausbreitung der Entzündung – durch entzündungshemmende Medikamente (z.B. Cortison) und operative Eingriffe behandelt. Bei einer entsprechend ausgebreiteten Entzündung kann der Dickdarm komplett entfernt werden. Die Colitis ulcerosa ist durch diesen Eingriff heilbar. Morbus Crohn lässt sich bislang zwar behandeln, aber nicht vollständig heilen. Eine angepasste Ernährung kann die Therapie unterstützen.

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