Wie gesund ist Deutschland?

Das Robert Koch-Institut in Berlin nimmt regelmäßig die Gesundheit der Menschen in Deutschland unter die Lupe. In dieser Gesundheitsberichterstattung geht es darum, welche Faktoren die Gesundheit beeinflussen, welche Erkrankungen von gesellschaftlicher Bedeutung sind und welche gesundheitspolitischen Konsequenzen daraus folgen. Die zehn wichtigsten Ergebnisse des aktuellen Gesundheitsberichts „Gesundheit in Deutschland“ von Dezember 2015 haben wir hier kurz und bündig für Sie zusammengefasst:

  1. Der Gesundheitszustand wird maßgeblich durch die Lebensbedingungen und das Gesundheitsverhalten beeinflusst.
  2. Menschen mit niedrigem Sozialstatus sind häufiger von chronischen Erkrankungen, Beschwerden oder Behinderungen betroffen und schätzen ihre eigene Gesundheit selbst schlechter ein. Je niedriger der soziale Status, desto mehr Gesundheitsprobleme und Krankheitsrisiken.
  3. Die sieben führenden lebensstilbezogenen Gesundheitsrisikofaktoren sind:
    • Rauchen
    • zu viel Alkohol
    • niedriger Obst- und Gemüsekonsum
    • Bewegungsmangel
    • Übergewicht
    • erhöhte Cholesterinwerte im Blut
    • Bluthochdruck
  4. Körperliche Aktivität beeinflusst die physische und psychische Gesundheit von Menschen aller Altersgruppen positiv. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt Erwachsenen wöchentlich 75 Minuten sehr anstrengende körperliche Aktivitäten oder 2,5 Stunden mäßige körperliche Anstrengung.
  5. Schätzungen zufolge ist der Blutdruck bei rund jedem dritten Erwachsenen zu hoch. Bluthochdruck ist der häufigste und wichtigste Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Niereninsuffizienz.
  6. Rauchen ist das bedeutsamste individuelle Gesundheitsrisiko und die führende Ursache vorzeitiger Sterblichkeit. Menschen mit einem niedrigen sozialen Status rauchen etwa zweimal häufiger als Personen mit einem hohen Sozialstatus.
  7. Die Bedeutung von Infektionskrankheiten ist in den vergangenen Jahrzehnten aufgrund besserer Behandlungsmöglichkeiten zurückgegangen. Gleichzeitig steigt mit der Zunahme der Lebenserwartung der Anteil der Menschen mit chronischen Erkrankungen.
  8. Psychische Belastungen und Störungen entwickeln häufiger einen Krankheitswert und beeinträchtigen die Arbeitsfähigkeit. Bevölkerungsstudien zeigen keine Zunahme psychischer Erkrankungen. Dennoch werden sie für die Gesellschaft und das Gesundheitssystem immer relevanter, denn sie gehören zu den häufigsten Ursachen krankheitsbedingter Fehlzeiten am Arbeitsplatz.
  9. Zu den häufigsten psychischen Störungen gehören
    • Angststörungen
    • Depressionen
    • Schlafstörungen
    • Alkoholabhängigkeit
  10. Frauen berichten weitaus häufiger über eine starke Belastung durch chronischen Stress als Männer.

 

Quellen:
Robert Koch-Institut (Hrsg.). Gesundheit in Deutschland. Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Gemeinsam getragen von RKI und Destatis. RKI, Berlin 2015
Robert Koch-Institut (Hrsg.). Gesundheit in Deutschland – die wichtigsten Entwicklungen. Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Gemeinsam getragen von RKI und Destatis. RKI, Berlin 2016